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dpa verordnet „Neusprech“

– aus „Asylkritiker“ wird „Fremdenfeind“

 

31. Juli 2015

Einbahnstrasse

Verordneter „Neusprech“: Deutsche Presseagentur (dpa) verbietet seinen Autoren den Begriff „Asylkritiker“ und ersetzt ihn pauschal durch „Fremdenfeind“. AfD: „Undifferenzierte und undemokratische Gleichmacherei!“

Dazu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Brandenburgischen Landtag und medienpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Andreas Kalbitz: „Ich bin entsetzt über diese Bevormundung von Journalisten und den Versuch, die differenzierte Wortwahl in der Berichterstattung durch verordnete Pauschalisierung zu ersetzen. Wir erleben hier, wie Deutschlands bedeutendste Nachrichtenagentur durch Selbstzensur ein Stück Pressefreiheit in unserem Land abschafft. Selbstverständlich ist nicht jeder, der friedlich Kritik an der Asylpolitik der regierenden Parteien übt, ein Fremdenfeind. Oft ist genau das Gegenteil der Fall. Denn wer die Politik für ihre unkonkrete, verfehlte und zögerliche Misstandsverwaltung kritisiert, ist höchstens ein Asylkritiker, kein Asylantenkritiker. Und nicht jeder Kritiker ist ein Gewalttäter. Asylkritiker kritisieren vielleicht die Verhältnisse und Abläufe, aber nicht die Menschen, die Asyl suchen. Schon deshalb ist die Gleichmacherei, die die dpa als Basis für die Berichterstattung von hunderten Zeitungen, Radio- und Fernsehsendern nun verordnet, unerträglich und undemokratisch. Ich fordere dpa-Chef Gösmann auf, diese Regelung zurück zu nehmen und sich auf die Grundsätze differenzierter und demokratischer Meinungsvielfalt – auch im kontroversen Diskurs – zu besinnen!“

Hintergrund: dpa schreibt: Auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) wird in ihrer Berichterstattung über Proteste und Angriffe gegen Flüchtlinge künftig nicht mehr von «Asylgegnern» oder «Asylkritikern» schreiben. «Das sind missverständliche Begriffe, die den tatsächlichen Sachverhalt verschleiern und beschönigen», sagt dpa-Chefredakteur Sven Gösmann. Stattdessen sollten in jedem Einzelfall die Demonstranten und Angreifer sowie deren Motivation so konkret wie möglich beschrieben werden. «Und wenn wir einen übergreifenden Begriff für die Gesinnung brauchen, die zu diesen Formen des Protestes führt, wird es am ehesten „Fremdenfeindlichkeit“ sein.»

 

Foto: flickr.com / Matthias Penke (CC)

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