Dieses Foto will Steinmeier lieber nicht in den Medien sehen

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Quelle: facebook/Der Bundespräsident

Dieses Foto will Steinmeier lieber nicht in den Medien sehen

Offensichtlich ein Pflichttermin: Der Bundespräsident empfing die Fraktionschefs der AfD. Nach deren Angaben dauerte das Treffen eine Viertelstunde – und danach bemühten sich Steinmeiers Leute offenbar nach Kräften, der Sache zu wenig Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Dieses Foto wollte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier offenbar nicht in den Medien sehen: Zwischen einer Diskussionsveranstaltung über „Die Zukunft der Demokratie” am Vormittag und dem vielbeachteten Besuch der Spitzen von CDU, CSU, SPD am späten Abend empfing das Staatsoberhaupt am Donnerstagabend auch die beiden Fraktionschefs der AfD, Alice Weidel und Alexander Gauland.

Zwischen den beiden staatstragenden Terminen schien der Besuch der AfD-Fraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland irgendwie ungelegen – ohnehin hatte es zunächst geheißen, Steinmeier wolle nach dem Jamaika-Aus nur die Chefs potenzieller Regierungsparteien empfangen,. Erst später hieß es dann aus Bellevue: Nun seien doch alle Bundestagsfraktionen eingeladen. Auch die Linke hatte Steinmeier zu Beginn dieser Woche empfangen. Zuvor hatte Steinmeier an die Parteien appelliert, sich für eine Regierungbildung zu Gesprächen zu treffen, um Neuwahlen zu vermeiden.

Gauland: Wichtig, das wir dabei sind

Die AfD-Vertreter ließen nach dem Treffen verlauten, es habe nur eine Viertelstunde gedauert. Alexander Gauland erklärte zudem, man werde keine CDU-Minderheitsregierung unter Führung von Angela Merkel tolerieren. Alice Weidel ergänzte, man wolle frühestens ab 2021 mitregieren. Gauland betonte aber, die AfD sei nun eine im Bundestag vertretene Partei. Daher sei es „wichtig, dass wir dabei sind“, wenn Steinmeier Gespräche über die Aussichten für eine Regierungsbildung führe.

Presse-Fotografen waren zu dem Termin, wie auch in anderen Fällen üblich, nicht zugelassen. Und so gab es zunächst nur verwaschene Bilder, die aus reichlich Entfernung entstanden waren. Einzig der Hausfotograf des Präsidenten machte ein Bild vom Gespräch. Dieses veröffentlichte das Bundespräsidialamt anschließend auch auf seiner Internetseite und bei Facebook.

Bundespräsidialamt will die Presse nicht „beballern”

Aus der Presse wollte das Amt die Bilder aber offenbar gezielt heraushalten: Auch auf Nachfrage des Nordkurier, ob uns das Foto zur Verfügung gestellt werden könnte, erklärte Steinmeiers Sprecherin Anna Engelke am späten Abend, man habe das Foto noch nicht an die zuständige „Bundesbildstelle“ übermittelt. Zur Begründung sagte sie: „Wir wollten die Medien damit nicht beballern.“

Damit hat Steinmeier, der auch im politischen Berlin schon für seine recht breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit bekannt ist, normalerweise allerdings kein Problem – wie sich bereits wenige Stunden später zeigte. Denn vom Treffen mit CDU, CSU und SPD, zu dem ebenfalls keine Pressefotografen zugelassen waren, gab das Amt noch am Abend ein Foto für die Medien heraus. Auch von den Treffen mit den Parteichefs von Grünen und FDP hatte das Amt Fotos herausgegeben – von den Linken allerdings nicht.

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