Dem Heinerhofbauern sein Knecht über Jamaika

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Dem Heinerhofbauern sein Knecht (Foto: Pixabay)

Quelle: Dem Heinerhofbauern sein Knecht über Jamaika | Jouwatch

 

Meinereiner fragt sich seit vier Wochen, ob die Bildung einer Jamaika-Koalition, die Schwampel also, so lange braucht, weil es wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt, wie viel Zeit verstreichen muß, ehe der Wähler vergessen hat, was die Koalitionäre in spe im Wahlkampf so alles von sich gegeben haben. Dem Heinerhofbauern sein Knecht hat immer eine fundierte Meinung zu solchen schwierigen Fragen. Die Meinungsabfrage vom Land.

von Max Erdinger

Dem Heinerhofbauern sein Knecht hat eine Meinung zur Schwampel. Das größte Problem, sagt er, sind die Grünen. Nicht, daß er der Ansicht wäre, Parteien hätten ein generelles Problem damit, heute etwas anderes zu tun als sie gestern angekündigt hatten. Aber, so sagt der Knecht, mit den Grünen ist es ein echtes Problem. Die Grünen in einer Regierungskoalition mit dem gestylten Lindner und den seehofergeschädigten Bayern unterzubringen, ist ungefähr so, sagt er, als würde eine Cockpitbesatzung vor den Augen der wartenden Fluggäste einen völlig zugekifften Co-Piloten über die Treppe in den Flieger schleifen. Da würden sich auch alle fragen, welche Drogen die restliche Besatzung eingeworfen haben muss. Es würde zu Protesten und öffentlichen Bordkartenverbrennungen im Terminal kommen, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht.

Alles könnte viel leichter sein, sagt der Knecht, wenn die Kanzlerin Chefin der Grünen wäre, was ja politisch – also vom Inhalt her –  nicht völlig undenkbar sei. Wenn man die Kanzlerin in ihrem freundschaftlichen Umgang mit der Roth oder der Göring-Eckardt beobachtet, sagt er, wird sowieso klar, daß es nicht darauf ankommt, wer in welcher Partei ist, und daß  Östrogen ein parteiübergreifendes Hormon ist. Dann wären die Grünen die größte Fraktion, bekifft zu sein wäre der Normalzustand auch unter den Fluggästen und die anderen Koalitionäre würden als Urlauber durchgehen, die sich ein bißchen Erholung von der Realität erhoffen. Die Koalitionsgespräche könnten in der Presse und in den Nachrichten unter „alles easy“ laufen, niemand wäre gestresst und alle würden sich freuen, wenn die deutsche Hymne durch Bob Marleys „no woman no cry“ ersetzt werden würde. Wenn die CDU nicht die CDU, sondern die Grünen wäre – mit Merkel als Kanzlerin -, während die Grünen die CDU mit zehn Prozent ohne Kanzlerin sind, wäre alles viel einfacher. Er wundert sich, sagt er, daß noch keiner auf die Idee gekommen ist, wie einfach alles sein könnte, wenn Merkel zu den Grünen übertritt und ihre Stimmen aus der Bundestagswahl mitbringt. Sie hat ja die meisten Stimmen bekommen.

Aber so, mit einer Kanzlerin, der CDU samt CSU wegen der AfD im Nacken wie Bremsklötze an den Krautstampfern hängen, müssen alle so tun, als ginge es nicht um Kiffen, Urlaub und Entspannung, sondern um sinnvolle Arbeit. Und da, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, wird es eben schwierig mit den Grünen. Wer einen völlig Bekifften mit auf die Wiese nimmt, sagt der Knecht, hat große Schwierigkeiten, allen anderen glaubhaft zu vermitteln, daß er sie mähen will. Dem Usain Bolt glaubt schließlich auch keiner, daß er einen neuen Weltrekord über 100 Meter aufstellen will, wenn er sich vorher mit einem Hammer auf die große Zehe haut. Die Grünen sind das Problem bei dieser Jamaikakoalition, sagt er. Wer mit denen koaliert, gibt zu, daß er im Wahlkampf wieder bloß dahergeschmarrt hat, damit halt etwas gesagt worden ist.

Für den Ober-Bayern ist es am schwierigsten, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. Gleich nach der Wahl hätte der Seehofer ja geklungen, als ob er wild entschlossen sei, die AfD endlich rechts zu überholen. Politisch gilt er aber bereits als Merkels Bettvorleger, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. Wenn der die CSU jetzt in einer Regierungskoalition mit den Grünen vertreten soll, dann kann er auch gleich kiffen, ohne daß sich noch jemand wundern würde. Für die CSU war es das aber dann, sagt der Knecht. Nächstes Jahr sind Landtagswahlen in Bayern. Und eine CSU, die im Bund mit den Grünen koaliert, stärkt in Bayern die AfD. Wenn er der Seehofer wäre, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, dann würde er sich aus der Politik zurückziehen, sich mit einem großen Jutesack voll Marihuana auf den Wallberg setzen und gelassen zu Tal schauen. Die einzige realistische Alternative für den Seehofer wäre nämlich, sich wegen der Koalitionsbildung mit den Grünen aufzuhängen. Wer sich mit der Grünen Göring-Eckardt über politische Themen unterhält, sagt dem Knecht, dem muß klar sein, daß er in Bayern nur noch dann eine Maß bekommt, wenn er vorher sein Geld hergezeigt hat.

Das geringste Problem, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, sei der Lindner mit seiner FDP, die er am Schnürchen hinter sich herzieht, wie ein Kind die hölzerne Wackelente auf ihren Rädern. Von der FDP erwartet niemand etwas anderes, als daß sie koaliert. Und zwar egal, mit wem. Die FDP würde auch eine Koalition mit einem Misthaufen und einem Feuerlöscher eingehen, sagt der Knecht. Hauptsache, sie wäre mit in der Regierung. Im Mittelteil von „Regierung“ stehe nicht umsonst „gier“. Für den Lindner sei es völlig wurscht, ob er auf FDP-Plakaten abgebildet ist, auf Werbeplakaten für ein Duschgel oder auf solchen für Markenunterwäsche. Hauptsache, er ist gut fotografiert und überall zu sehen, sagt der Knecht. Der Hintergrund, vor dem er sich in Szene setzen läßt, sei dem Lindner egal, weil der Hintergrund auf Lindnerbildern eh unscharf ist.

Meinereiner weiß schon, warum er öfter einmal dem Heinerhofbauern seinen Knecht um seine Meinung fragt. Einleuchtende Erklärungen für Phänomene jedweder Art findet außer dem Knecht keiner mit einer solchen Leichtigkeit.

Ob die Verhandlungen zur Koalitionsbildung so lange dauern, weil es wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt, wie lange der Wähler braucht, um zu vergessen, was im Wahlkampf alles geredet worden ist, habe ich dem Heinerhofbauern seinen Knecht noch gefragt. Das könnte schon sein, meint der Knecht. Aber er kann sich auch noch einen anderen Grund vorstellen. Die allgemeine Grundstimmung sei ja eher so, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, daß die Altparteien insgesamt ein Glaubwürdigkeitsproblem haben. Wenn die jetzt täten, was sie eigentlich könnten, nämlich sofort zu koalieren und CDU-Merkels grünrote Politik fortzuführen, sagt der Knecht, dannn würden alle merken, daß es bei den Koalitionsgesprächen gar nicht um Substantielles geht, sondern nur darum, sich möglichst folgenlos aus dem Geschwätz herauszuwinden, das man im Wahlkampf von sich gegeben hat. Wenn der Lindner oder der Seehofer nur ein einziges Mal das täten, wovon sie vorher geredet haben, dann gäbe es keine Koalitionsgespräche über Jamaika.

Überhaupt, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht: Wenn mit der CDU gar niemand koalieren würde, noch nicht einmal die CSU, dann wäre Deutschland am besten gedient, weil dann die rotgrüne Merkel von der CDU weg vom Fenster wäre und das Land Neuwahlen samt einem neuen Kanzler bekäme. Der Seehofer wäre dann aber auch von der Bildfläche verschwunden und der Lindner nicht so wichtig, wie er gerne ist.

Daß es die Koalitionsgespräche zur Schwampel überhaupt gibt, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, beweist, daß es keinem der Koalitionäre um Deutschland geht. Wäre es anders, sagt er, dann gäbe es diese Gespräche nicht. Das Geschwätz von wegen, sie müssten sich bei allen inhaltlichen Differenzen zum Wohle des Landes samt seiner Bürgerinnen und Bürger zusammenraufen, können wir getrost neben den Kopf des frisch geschlachteten Huhns Berta auf den Misthaufen werfen, sagt er. Das Wohl des Landes, meint dem Heinerhofbauern sein Knecht, können diese machtgierigen Figuren schon lange nicht mehr von ihrer eigenen Gefräßigkeit unterscheiden. Wäre es anders, sagt er, dann gäbe es logischerweise diese Koalitionsgespräche nicht.

Daß Demokraten sich untereinander verständigen können sollten, sagt der Knecht, ist eine Binsenweisheit. Demokraten bräuchte es halt dazu. Wenn es welche gäbe, hätte ich wohl kaum bis zu ihm auf den Heinerhof hinaufzusteigen brauchen, um seine Meinung zu erfahren. Dann hätten wir uns auch über Facebook austauschen können. Dort sei er aber gesperrt. Dagegen hätte aber keiner der Koalitionäre in spe etwas unternommen, obwohl die marxistische Zensursauerei hauptsächlich auf das Konto der Sozen geht, die jetzt einen auf Opposition machen wollen. Weil es sich also bei den Koalitionären in spe nicht um Demokraten handelt, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, könnten sie sich ihr verlogenes Geschwätz darüber, was Demokraten miteinander können müssen, auch gleich sparen. Wenn er den Stall ausmistet, sagt der Knecht, dann begründet er das schließlich auch nicht mit den Fähigkeiten, die für Astronauten unerläßlich sind.

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