Bargeldabschaffung

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Panik wegen Meldung über Bargeldverbot ab 01. Januar 2018

25. Mai 2017 von Niki Vogt

Fotoquelle: Querdenker

 25. Mai 2017 (von Niki Vogt) Die Meldung auf vielen Internetseiten, daß ab dem 01. Januar 2018 totales Bargeldverbot gelte, hat viele in helle Aufregung versetzt. Es ist im Prinzip ein Wiederaufwärmen des Artikels aus MMnews von 2015. Demnach soll ab diesem Stichtag das keine Bargeldzahlung, auch nicht mehr für Kleinsbeträge, möglich sein. Wir haben Mails und Anrufe dazu bekommen, aber keinen belastbaren Beweis dafür gefunden.

Daher habe ich mich schlicht und einfach mit einer Mail an die deutsche Bundesbank gewandt und um verbindliche Auskunft gebeten. Sobald diese Antwort da ist, werde ich sie online stellen.

Zuerst einmal: Ja, es wird stringent an einer schrittweisen Bargeldabschaffung gearbeitet, und wenn das jetzt herrschende System weiter bestehen bleibt, wird es in einigen Jahren auch dahin kommen. Schweden hat fast schon eine komplette Bargeldabschaffung durchgesetzt. Der 500 Euro Schein wird zukünftig aus dem Verkehr gezogen werden.

Es gibt für das herrschende System auch gute Gründe, das zu tun. Allerdings ganz andere, als man öffentlich nennt.

Zum Beispiel hat man sich die Eindämmung der Kriminalität auf die Fahnen geschrieben. Um das ernsthaft zu behaupten, muß man schon über eine gewisse Realitätsferne verfügen. Selbstverständlich finden Kriminelle immer Wege, an anderer Leute Geld zu kommen. Eine der effektivsten Gelddiebstahlsmethoden direkt vom Konto des Opfers ist seit den letzten Jahren, mittels Kontokartendiebstahl das Konto leerzuräumen, indem die Summen nach Asien auf andere Konten überwiesen werden und dort bar abgehoben. Der Inhaber des Kontos ist nie zu ermitteln. Auch ganz einfache Taschendiebe auf der Kölner Domplatte verfügen schon über die Möglichkeit, den PIN von geklauten Kontokarten zu knacken und dadurch wesentlich mehr zu erbeuten als einen Fuffziger aus dem Portemonnaie. Den nächsten Schritt, das auf ausländische Konten zu überweisen, wenden jetzt schon viele davon an. Auch Geldwäsche und Korruption läßt sich leicht mit anderen Methoden lösen. Gerade die Spielchen, Zig-Millionen vollkommen legal über Offshore-Konten und dazu noch steuerfrei in Steueroasen zu parken sind auch dem dummen „Pack“ längst bekannt, aber für den kleinen Köterdeutschen nicht einmal im Traum erschwinglich. Beliebt ist auch die Begründung, damit Terrorismusfinanzierung bekämpfen zu wollen. Wie der phillippinische Staatschef Duterte so treffend bemerkte, ist der Terrorismus auf dieser Welt hauptsächlich „made in USA“. Die USA haben mit ihrem global operierenden Bankensektor und den Werkzeugen SWIFT und IBAN alle Mittel in der Hand, ihre Interessen unangefochten durchzusetzen. Niemand kann ernsthaft daran glauben, daß ein Bargeldverbot in der EU die USA daran hindern könnte, Terrororganisationen weltweit mit soviel Geld zu unterstützen, wie sie wollen.

Die Bargeldabschaffung trifft also die Terroristen, Kriminellen, Steuervermeider und Geldwäscher so gut wie gar nicht, sondern nur den viel zitierten „kleinen Mann“. Und da kommen wir zu den wahren Gründen.

Die wahren Gründe sind nämlich weniger edel, jedoch naheliegend: Die Schwarzarbeit soll verhindert werden, weil der Fiskus noch mehr Geld aus den Völkern abzapfen möchte. Auch hier werden international operierende Firmen, die schwarz arbeitende Leiharbeiter-Sklaven aus anderen Ländern anbieten, kaum behindert werden, da sie auf andere Währungen wie Dollar, Pfund oder Schweizer Franken ausweichen können und ihre Firmen sowieso nicht in der EU führen. Wer davon betroffen wird, sind Kleinfirmen, Handwerker, die sich Samstags noch ein paar Euro dazuverdienen (oft, weil die Firma nicht so läuft und sie im Winter arbeitslos sind), sozial schwache Familien, die sich mit Gartenarbeit, Babysitten, Putzstellen, Hausreparaturen und Renovierungen über Wasser halten und bei Bargeldlosigkeit umstandslos ins Soziale Netz fallen werden. Das Bargeldverbot soll uns alle zum gläsernen Nutzbürger machen, dessen Geldtransaktionen vom Brötchenkauf bis zum Bordellgang, vom Gehaltseingang bis zum Geburtstagsgeschenk von Oma über Fünfzig-Euro genau nachvollziehbar und besteuerbar ist.

Wichtiger noch scheint aber eine andere Folge der Bargeldabschaffung zu sein: Bargeld ist die einzige Möglichkeit der Bürger, ihre hart erarbeiteten Ersparnisse vor dem Zugriff der überschuldeten Staaten und Banken und bereits geplanter Sonderabgaben oder Vermögenssteuern in Sicherheit zu bringen.

Wie wir auf Zypern miterleben durften, konnte man zwar mit einer Bankenschließung und später stark eingeschränken Geldabhebe-Grenzen einen Bankrun verhindern – und eine Vermögensabgabe zur Bankenrettung erzwingen, doch die Zyprioten hatten die Botschaft verstanden. Sie hoben täglich ihr Geld ab, bis nur noch die Summen darauf verfügbar waren, die man zur Begleichung der monatlichen Verpflichtungen braucht. Auch die Spanier und Griechen holten vorsichtshalber ihr Geld von den Bank, als sich dort Bankenpleiten andeuteten. Angesichts der ständigen Bankenrettungen sind wir alle in Europa nur einen Schritt vom Bankrun entfernt. Ein veritabler Bankrun ist das Schreckgespenst des Banken- und damit des Weltfinanzsystems. Ist er ersteinmal losgetreten, hilft nur noch Bankenschließung. Dann stellt sich das Problem, wie und wann die Banken wieder geöffnet werden sollen, und was dann geschieht.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum das Bargeld verschwinden muß. Die EU und der Euro bröckeln. Die Banken sind marode, die Staaten überschuldet, die Staatsfinanzen ein Desaster, das Gefälle zwischen Nord und Süd wird immer größer, die Arbeitslosigkeit in den EU-Südstaaten ein Desaster.

Griechenland ist trotz aller Sirenengesänge unserer Politiker restlos und hoffnungslos pleite, und die Versprechungen, die deutschen Milliarden nach Griechenland würden mit Zins und Zinseszins zurückkommen bereits so gut wie gebrochen. Die Zig-Milliardden sind weg. Italien und Frankreich sind de facto ebenfalls Pleite.

Großbritannien hat das sinkende Schiff bereits verlassen und eröffnet von außen das Feuer auf das schlingernde Wrack. Sollte Großbritannien die Forderung der EU auf eine Abstandszahlung von 100 Milliarden nicht erfüllen – und so sieht es aus, hat die EU ein großes Finanzierungsproblem.

In Frankreich konnte man nur mit einem Kaninchen-aus-dem-Hut Kandidaten noch verhindern, daß entweder der Kommunist Mélenchon oder die Nationalistin Le Pen gewinnen. Beide hatten einen EU-Austritt und das Verlassen des Euro auf dem Programm.

Folgerichtigerweise fordert Macron nun den Superstaat EU und die flächendeckende Umverteilung der Gelder, um einen Absturz des bankrotten Frankreichs zu verhindern. Nicht überraschend folgt darauf die Forderung des nicht weniger maroden Italiens, den Vorschlägen Macrons einer stärkeren Integration und Umverteilung in der Eurozone unbedingt zu folgen. Das bedeutet einen gesamteuropäischen Haushalt und die Einrichtung der Position eines gesamteuropäischen Finanzministers, was auch eine im Prinzip gesamteuropäische Steuer bedeutet. Bei der Frage, woher die Finanzmittel kommen sollen, die ein überschuldetes Frankreich und Italien (und Griechenland und Spanien) vor dem Kollaps retten sollen, richten sich alle Augen auf … Deutschland.

So forderte auch der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan ohne lange Umschweife, Berlin müsse zu mehr Konzessionen (im Klartext: Geldzahlungen) an die wirtschaftlich schwächeren Eurostaaten bereit sein, damit der Euroraum besser funktioniere: „Der Albtraum für den durchschnittlichen deutschen Wähler besteht darin, dass er sein Geld an die fürchterlichen Südländer verliert. Lassen Sie uns hier klar sagen: die Geschichte hat uns gelehrt, dass Umverteilung eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Währungsunion darstellt. Geschieht dies nicht, dann wird die Anpassung – die früher oder später kommen wird – umso schädlicher für alle Länder sein“

Angesichts dieser klaren Forderungen und der nicht zu bestreitenden, konkreten Gefahr, daß ansonsten die EU keinen Bestand mehr haben wird, wird Deutschland wahrscheinlich tatsächlich als Zahlmeister einspringen. Um diese gigantischen Summen aber aufzubringen, ist es unvermeidlich, an das Geld und Vermögen der deutschen Bürger zu gehen. Das unkooperativste, das dem Deutschen dabei einfallen könnte ist, sein Geld von der Bank zu holen und Wege zu finden, es an den Argusaugen des Fiskus vorbeizuschleusen.

Warten wir also die Antwort der Bundesbank ab.

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