25. Januar 2016

Beatrix von Storch bei Anne Will

Nur die Lügenpresse schaut noch schiefer als die Moderatorin

Nachgang einer abendlichen Zeitverschwendung

Beatrix_von_Storch
Beatrix von Storch: Brachte einige Journalisten auf die Palme Bildquelle: AfD Berlin

Gestern habe ich mal wieder Anne Will geschaut – dumm genug. Aber wenn schon, denn schon – rund wird die abendliche Zeitverschwendung erst, wenn man im Nachgang liest, wie die Journaille dieselbe Sendung sah.

Mir fällt zum Propagandazirkus der Staatsfunker schon lange nicht mehr viel ein. Auffallend nur, wie unchristlich der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm ständig den Gesprächspartnern ins Wort fiel, ohne dass die Moderatorin auch nur einmal einschritt. Vorhersehbar dagegen, dass die Repräsentantin der AfD Beatrix von Storch kaum einen Satz zuendesprechen durfte, weil sie nicht nur von Bedford-Strohm, sondern auch von Anne Will herself immer wieder unterbrochen wurde. Und natürlich hat man wie immer auch einen Gast (nämlich stets zielgerichtet den von der AfD) mit einem Zitat „konfrontiert“. Denn merke: Rote, Schwarze, Gelbe und Grüne mögen hetzen wie die Kesselflicker gegen das „Pack“ und andere Andersdenkende – kompromittierende Einspielfilme kommen nur zu gewagten Aussagen von Politikern einer einzigen Partei. Immer.

Das Beste an der Sendung war am Ende das breite Lächeln des im Publikum weilenden ef-Autors Gérard Bökenkamp. Neben ihm saßen ein paar offensichtlich dressierte Claqueure, die sich plötzlich, lautstark und einhellig über das Facebook-Zitat von Beatrix von Storch empörten – ein blendender Regie-Einfall.

Wie also berichtet heute unsere Wahrheitspresse? Pflichtschuldigst natürlich, aber lesen Sie selbst zwei Beispiele aus dem Axel-Springer-Verlag …

Die „Bild“

Überschrift:

„AfD-Frau schockt mit Total-Entgleisung“.

Wortwahl:

„Nationalistische Töne“;

„Beatrix von Storch schockierte Zuschauer und Studio-Mitstreiter gleichermaßen“;

„in Talk-Shows ist man von AfD-Politikern Pöbeleien gewohnt“;

„ihre wirre These“;

„sorgte für Kopfschütteln“;

„behauptet von Storch völlig schmerzfrei“;

„von Storchs Komplett-Entgleisung“;

„von Storch in ihrem himbeerfarbenen Blazer lehnt sich arrogant zurück“;

„während der Sendung fällt auf, dass AfD-Politikerin von Storch ihre kruden Thesen recht lange ausführen darf“;

„Anne Will hakt zwar nach, lässt sie aber im Prinzip gewähren“;

„grässlicher Facebook-Post“;

„die AfD-Frau in die Schranken weisen“;

„von Storch quakt mehrfach dazwischen“;

„warum stoppt niemand diese Frau?“.

Die „Welt“

Überschrift:

„Anne Will entlarvt wirre Merkel-Theorie der AfD-Frau“.

Wortwahl:

„Redete sich von Storch um Kopf und Kragen“;

„von Storch rief zur Sachlichkeit auf und verkündete wirre Thesen“;

„rechtspopulistisch“;

„einfach mal reden lassen, irgendwann entlarven sich die schrägen Vögel von der AfD und verschwinden dadurch vielleicht doch wieder in der Versenkung“;

„der grandios gescheiterte Versuch, sich als Stimme der Vernunft zu präsentieren“;

„national-chauvinistisch“;

„Nazi-Stakkato“;

„hanebüchen“;

„Pamphlet“;

„darin schwadroniert von Storch“;

„hetzende Zeilen“;

„Lüge“;

„eine wirre Verschwörungstheoretikerin, wie Anne Will dankenswerterweise entlarvte“;

„beim Klogespräch mit Rechtspopulisten im Europaparlament“;

„allen Ernstes“;

„dumpfes Spitzenpersonal“;

„das war kein missglückter Scherz, keine Satire, Frau von Storch vermittelte überzeugend den Eindruck, dass dieser Stuss in ihrem Kopf stattfindet“.

Ach ja, was Beatrix von Storch genau vorgeworfen wurde? Sie hatte auf Facebook geschrieben: „Ich nehme Wetten an: Wenn Angela Merkel bald zurücktritt, wird sie das Land verlassen. Aus Sicherheitsgründen.“ Der Autor dieser Zeilen würde nicht dagegen wetten.

Beatrix von Storch bei Anne Will
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